Unser Wasser: eine saubere Sache!
Seit Beginn der Sanierung zählt das Wassermanagement zu den komplexesten Aufgaben der Wismut GmbH.
Aktive Wasserbehandlung
Grubenbausysteme mit Wasservolumen in der Größe von Talsperren, radioaktive Schlammbecken von bis zu 70 Metern Mächtigkeit und weitläufige Haldenlandschaften erfordern tiefgreifendes Know-how.
Die gravierenden Schäden, die durch 45 Jahre Uranproduktion an Grund- und Oberflächenwasserkörpern zwischen Ronneburg und Königstein entstanden sind, machen eine langfristige aktive Wasserbehandlung unverzichtbar. An allen Wismut-Objekten gilt es nach wie vor, Wasser zu sammeln, zu pumpen, zu reinigen und zu überwachen.
Unsere hochkomplexen Wassermanagementsysteme erfordern fortlaufende technische Maßnahmen, insbesondere bei erhöhten Wasserständen, wie sie beispielsweise während extremer Wetterereignisse auftreten können. Dieser Einsatz ist nicht nur eine Frage der Umweltverantwortung, sondern auch eine ökonomische Herausforderung. Jährlich investieren wir mehr als 40 Millionen Euro in Wasserfassung und -behandlung einschließlich Rückstandsentsorgung, um sicherzustellen, dass die Wasserressourcen in den ehemaligen Wismut-Bergbauregionen geschützt werden. Das sind fast 30 Prozent unseres Jahresbudgets.
Technologien für sauberes Wasser
Um die lebenswichtige Ressource Wasser zu schützen, werden die kontaminierten Wässer aus Gruben, Halden und Absetzanlagen in technischen Anlagen behandelt. Dabei setzt die Wismut GmbH auf modernste Verfahren, um die Reinigung effizient und sicher zu gestalten. In unseren sechs Wasserbehandlungsanlagen behandeln wir jährlich rund 14 Millionen Kubikmeter Wasser – selbst bei trockener Witterung.
Innovative Verfahren im Einsatz
Das bewährte Kalk-Fäll-Verfahren ist der technologische Standard bei der Wasserreinigung. Eine neue Anlage an der Absetzanlage Helmsdorf behandelt Sickerwässer mit einer Kombination aus Ionenaustausch- und Adsorptionsverfahren. Diese fortschrittliche Technologie steigert nicht nur die Wirksamkeit, sondern reduziert auch langfristig Kosten und Umweltauswirkungen.
Langfristige Verantwortung
Auch nach Abschluss der Sanierungsarbeiten bleibt die Wasserfassung und -behandlung eine Kernaufgabe. Die chemischen und radiologischen Veränderungen im Grundwasser vollziehen sich über Jahrzehnte, und rechtliche Rahmenbedingungen wie Einleit- und Grenzwerte erfordern fortlaufende Anpassungen.
Nachhaltigkeit und Innovation
Neben der Einhaltung strenger Reinheitsvorgaben stehen Themen wie die Verringerung von Rückständen, die Nutzung von Energiepotenzialen der Bergbauwässer und die Ressourcenschonung im Fokus. Der Bereich Wassermanagement ist ein zentrales Innovationsfeld, in dem die Wismut GmbH kontinuierlich in moderne Technologien investiert, um intelligente und zukunftsweisende Lösungen zu entwickeln.

WBA Ronneburg
In der Wasserbehandlungsanlage Ronneburg wird das Flutungswasser der Ronneburger Gruben sowie gefasstes Oberflächenwasser behandelt. Maximal können
850 m3/h gereinigt werden. Das behandelte Wasser wird in die Wipse abgegeben.

WBA Seelingstädt
In der Anlage werden die Sicker- und Porenwässer der Absetzanlagen Culmitzsch und Trünzig gereinigt. Die Anlage kann bis zu 330 m3/h Wasserbehandeln. Das gereinigte Wasser wird in den Culmitzschbach abgegeben.

WBA Helmsdorf
In der Anlage werden die Sicker- und Porenwässer der Absetzanlagen Helmsdorf und Dänkritz 1 gereinigt. Hier können bis zu 80 m3/h behandelt werden. Das gereinigte Wasser wird in die Zwickauer Mulde abgestoßen.

WBA Schlema
In der Anlage wird das Flutungswasser der Grube Schlema-Alberoda sowie Sickerwasser der Halde 371/I behandelt. Die WBA reinigt bis zu 1150 m3/h, das behandlete Wasser wird in die Zwickauer Mulde eingeleitet.

WBA Pöhla
In der fernüberwachten WBA Pöhla werden die Wässer der gefluteten Grube Pöhla mit bis zu 60 m³/h gereinigt und in den Luchsbach abgegeben.

WBA Königstein
In der Anlage wird das Flutungswasser der Grube Königstein sowie Oberflächen- und Haldensickerwässer mit bis zu 650 m3/h gereinigt und anschließend in die Elbe abgegeben.
Ausblick
Natürliche Prozesse werden dafür sorgen, dass in den Gruben sowie bei den Sickerwässern der Halden und Schlammteiche die Schadstoffbelastung des Wassers mit der Zeit abnimmt. Wann das Wasser an allen Standorten Werte hat, die eine Abgabe in die Flüsse ohne Behandlung erlaubt, ist derzeit noch nicht abzusehen.