Sanierung als Katalysator für Biodiversität
Die Ökosysteme der Wismut-Region waren während des aktiven Bergbaus massiv gestört. Bereits nachdem der Betrieb eingestellt wurde, begann die Wiederbesiedlung der Standorte durch Pflanzen und Tiere.
Gut zu wissen
Das Vermögen der Natur, sich selbst zu heilen, wurde durch die Sanierungsarbeiten auf eindrucksvolle Art und Weise unterstützt und verwirklicht.
Um die positiven Effekte der Sanierung nachzuvollziehen, werden die Arbeiten durch ein Biomonitoring begleitet. Dabei bewerten Spezialisten regelmäßig u. a. Vorkommen und Häufigkeit von Tier- und Pflanzenarten an ausgewählten Objekten.
Ein neuer Lebensraum: Biotop-Mix am Tagebau Lichtenberg
Im Bereich des ehemaligen Tagebaus Lichtenberg bei Ronneburg entstand ein Wald-Offenland-Biotop-Mix, geprägt von hoher Biodiversität und Artenvielfalt. Eingebettet in sanierte ehemalige Halden- und Betriebsflächen entwickeln sich auf mehr als 500 Hektar Biotopstrukturen, deren naturschutzfachliches Potential bemerkenswert ist. Rund 300 Gefäßpflanzen und unzählige Tierarten haben sich bereits in den ersten Jahren angesiedelt. In der sonst landwirtschaftlich geprägten Region profitieren vor allem die Artengruppen Vögel, Tagfalter, Libellen und Heuschrecken vom neu geschaffenen Lebensraum.

Sanierte Halden
Möglich wurde die rasche Besiedlung der naturschutzfachlich bedeutsamen Sanierungsflächen durch gezieltes Anlegen und Pflegen.

Tagebau Lichtenberg
Im Bereich des ehemaligen Tagebaus Lichtenberg bei Ronneburg entstand ein Wald-Offenland-Biotop-Mix, geprägt von hoher Biodiversität und Artenvielfalt.

Absetzanlage Trünzig
Systematisches Erhalten von Offenlandlebensräumen durch Beweidung und gezieltes Mähen sollen bedrohte Arten schützen.
Bedrohte Arten im Fokus: Schutz durch gezielte Maßnahmen
Möglich wurde die rasche Besiedlung der naturschutzfachlich bedeutsamen Sanierungsflächen durch gezieltes Anlegen und Pflegen. Die langjährigen Erfahrungen konnten in Folge u. a. beim Bau von Gewässern als Kompensation von Lebensraumverlusten besonders geschützter Arten wie der Großen Rohrdommel und der Großen Moosjungfer genutzt werden. Weitere naturschutzfachlich bedeutsame Projekte auf ehemaligen Haldenflächen werden derzeit geplant und umgesetzt. Systematisches Erhalten von Offenlandlebensräumen durch Beweidung und gezieltes Mähen sollen bedrohte Arten wie beispielsweise die Blauflügelige Ödlandschrecke und Zauneidechse schützen.

Rohrdommel
Durch Verlust ihres Lebensraumes, insbesondere Zerstörung von Schilfbeständen oder Entwässerung, ist die Rohrdommel stark gefährdet. Auf einer der sanierten Absetzanlagen der Wismut war die geschützte Art festgestellt worden.

Schwalbenschwanz
Der Schwalbenschwanz ist ein häufiger Tagfalter auf den von der Wismut GmbH sanierten ehemaligen Bergbauflächen. Hier pflanzt er sich gut fort und baut stabile Populationen auf.

Große Moosjungfer
Die in der Roten Liste Deutschlands als „stark gefährdet“ eingestufte Libellenart hat sich am von der Wismut GmbH angelegten Ersatzbiotop auf der industriellen Absetzanlage Helmsdorf angesiedelt.
Effiziente Koordination: Landschaftsmanagement und Monitoring
Mit einem digitalen Landschaftsmanagement werden neben den Naturschutzbelangen die forstlichen Kompensationsmaßnahmen der Sanierung koordiniert.
So lassen sich die Unterhaltungsmaßnahmen zeitgemäß und effizient planen und umsetzen. Die Erfahrungen fließen bei der Sanierung weiterer Projekte ein, zuverlässig überwacht durch notwendige Biomonitoring-Aktivitäten.